Woche 10: vom Zellhaufen zum Gummibärchen

Der zweite Besuch in den geheiligten Hallen der Frauen stand heute an. Heute war es auch angenehmer als beim letzten Besuch. Es lag wohl daran, dass nur 3 Frauen „gleichzeitig“ mit der zukünftigen Mama einen Termin hatten. Das so ein Überschuss an Frauen, gerechnet auf eine Frau Doktor, zwangsläufig zu Koordinationsproblemen führen muss, war abzusehen. Um 8 Uhr war der eigentliche Termin und um 9 Uhr saßen die zukünftige Mama, der Zellhaufen und ich immer noch im Wartezimmer. Zwar wurden wir nach 45 Minuten vom eigentlichen Wartezimmer umgesetzt vor das Zimmer der Frau Doktor (den Sinn dieser Aktion hab ich nicht verstanden) aber es musste noch eine weitere halbe Stunde vergehen, bis wir eintreten durften. Dann ging alles recht zügig. Die zukünftige Mama durfte sich frei machen, auf den Stuhl setzen und Frau Doktor begann mit der Untersuchung. Die Frau Doktor musste auch gar nicht lange suchen um den Zellhaufen zu finden. Voller stolz präsentierte sie uns das, wie sie es nannte, „Gummibärchen“. Was soll ich sagen, es sah wirklich aus wie ein überdimensionales Gummibärchen.

Ultraschallbild_2 Gummibärchen

Um jetzt wieder mal einen bildlichen Vergleich in Betracht zu ziehen, gebe ich euch ein Experiment mit an die Hand. Nehmt ein Glas lauwarmes Wasser, lasst ein reguläres Gummibärchen darin unter gehen und wartet 2-3 Stunden. Ihr erhaltet eine exakte Nachbildung eures zukünftigen Nachwuchs in Stadium der 10. Woche. Das Wasser im Glas stellt die Fruchtblase dar und das Gummibärchen zeigt in etwa die Form eures Nachwuchs. Die Farbe stimmt natürlich nicht mit dem des Gummibärchens überein, aber das wisst ihr ja selber .

Wenn ihr mal länger in der Badewanne gesessen seid oder zu lange im Pool gelegen habt, wisst Ihr was mit der Haut passiert. Die Haut an Händen und Füßen runzelt und quillt auf, furchtbar sieht das aus. Da nun das Gummibärchen praktisch 24 Stunden, rund um die Uhr, im Pool oder in der Badewanne liegt, ist es auch kein Wunder, dass es so aufgequollen aussieht *ggg* . Es war trotzdem wieder sehr bewegend, als wir das kleine Herzchen schlagen gesehen haben. Frau Doktor meinte, dass es unserem Gummibärchen sehr gut geht und es total entspannt ist. Selbst die Aufforderung an die zukünftige Mama, kräftig zu husten, hat keine Lageänderung beim Nachwuchs hervorgerufen. Total entspannt also.

Nach 20 Minuten Untersuchung, Routinefragen und allgemeinen Floskeln gab es dann noch ein „Herzlichen Glückwunsch“ und „Genießen sie es“ gepaart mit einem freundlichen Lächeln und einem Händedruck zum Abschied. Drei mal wurde noch erwähnt, dass wir doch bitte die Tür offen lassen sollen für die nachfolgende Patientin, die ja auch schon seit mindestens 45 Minuten auf Ihre Untersuchung gewartet hatte.

Frau Doktor hat uns aber ein paar Hausaufgaben mit auf den Weg gegeben. Anfang April steht der große Ultraschall an und bis dahin müssen wir uns entscheiden, was wir alles untersuchen lassen wollen. Pränatales Screening auf Chromosomenstörungen nennt sich das in der Fachsprache.
Ich werde mich mal mit der Thematik auseinandersetzen und dann darüber berichten. Bis dahin grinse ich fröhlich vor mich hin über unser Gummibärchen im Bauch der zukünftigen Mama.

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