Wie verkündet man die Schwangerschaft?!

Für die Bekanntgabe der Schwangerschaft, haben wir uns was ganz besonderes einfallen lassen. Wir, die werdenden Eltern, haben uns extra von Kind 1 dafür fotografieren lassen. Wohlgemerkt, Kind 1 ist 9 Jahre alt.
Vor ein paar Wochen, als Kind 1 am Wochenende bei uns war, haben wir einen kleinen Spaziergang gemacht und sind natürlich ganz spontan an unserer Stadtmauer vorbeigekommen. Der Platz erschien mir perfekt und Kind 1 strahlte über beide Gesichtshälften, als ich ihm die große Kamera in die Hand drückte und ganz salopp meinte „Kleiner Mann, ich möchte dass du uns fotografierst.“ Ich gab ihm Anweisungen auf was er achten muss und was ich gerne im Bild hätte. Die Einstellung der Kamera habe ich natürlich vorher übernommen. Ich war begeistert, wie gut er meine Anweisungen umgesetzt hat. Aus den Bildern haben wir dann, mehr oder weniger spektakulär, eine Postkarte gebastelt.

Postkarte_Post

Heute, bei wundervollstem Sonnenschein, habe ich den Roller aus seinem Winterschlaf geweckt, das neue Nummernschild montiert und bepackt mit den Postkarten bin ich mal eben zur Post gefahren um dem Herrn Postbeamten ein paar Briefmarken aus dem Kreuz zu leiern. Bekleben durfte ich die Postkarten natürlich selber und bei ihm abgeben musste ich sie danach auch nicht mehr. Der Briefkasten vor dem Postamt freut sich auch über Arbeit, meinte er so ganz nebenbei. Gesagt getan, Briefmarken drauf, die werdende Mama noch mal vorsichtshalber um Erlaubnis gefragt und ab mit den Neuigkeiten in den großen, schwarzen Schlund des gelben Kastens. Am Wochenende sind wir auf unzählige Telefonanrufe gefasst 😆

Die Familie und die Freunde sind also in den nächsten Tagen über das Gummibärchen informiert. Wann aber informiert man denn nun den Arbeitgeber und die Kollegen?

Arbeitgeber informieren

Im Internet findet man auf diese Frage unzählige Beiträge und Anfragen. Ein paar möchte ich hier mal aufgreifen und so weitergeben.
Der Gesetzgeber empfiehlt, die Schwangerschaft ab bekanntwerden dem Arbeitgeber zu verkünden. Schwangeren entsteht aber kein Nachteil wenn sie der Empfehlung nicht folgen. Allerdings sollte man fair gegenüber dem Arbeitgeber sein und es nicht zu spät sagen, damit der Arbeitgeber auch frühzeitig für einen Ersatz sorgen kann. Ab Bekanntgabe beim Arbeitgeber sind schwangere Frauen besonders geschützt. Das Mutterschutzgesetz regelt dabei die Rechte und Pflichten der Schwangeren.
Schwangere Frauen dürfen nur noch maximal 8,5 Stunden pro Tag arbeiten und keine Nacht oder Sonntagsarbeit sowie Akkord- oder Fließbandarbeit leisten. Weiterhin dürfen Schwangere nicht mit radioaktiven und giftigen Stoffen arbeiten. Das Heben von schweren Lasten dauerhaft über 5 Kilogramm ist untersagt, weil die Gefahr besteht, dass vorzeitig Wehen ausgelöst werden.
Frauen, die ihre Arbeitszeit hauptsächlich auf „Beförderungsmitteln“ verbringen (Stewardessen, Taxifahrerinnen, U-Bahnfahrerinnen etc.), dürfen ab dem dritten Monat nicht mehr an ihrem Arbeitsplatz tätig sein. Der Arbeitgeber muss einen „alternativen“ Arbeitsplatz anbieten.

Das Gespräch mit dem Chef sollte auf keinen Fall zwischen Tür und Angel stattfinden. Sinnvoll ist es einen längeren Termin zu planen, damit in Ruhe mit dem Vorgesetzten über die Situation gesprochen werden kann. Die Frage ob und wieviel Elternzeit genommen wird, muss erstmal nicht oder konkret beantwortet werden. Der Gesetzgeber sieht vor, dass die Elternzeit spätestens sieben Wochen vor Antritt schriftlich mitgeteilt werden muss. Wichtig hierbei: Der Elternzeit muss der Arbeitgeber, wie gewünscht zustimmen. Sie müssen keine Kompromisse machen, wenn Sie das nicht wollen.

Urlaubsanspruch

Schwangere Frauen müssen Ihren Urlaub nicht vor dem Mutterschutz oder der Elternzeit abbauen. Der Urlaub verfällt auch nicht in der Elternzeit. Er kann durchaus auch direkt im Anschluss an die Elternzeit genommen werden. Spätestens 6 Wochen vor und mindestens 8 Wochen nach der Geburt (bei Mehrlings- oder Frühgeburten sogar 12 Wochen) besteht der sogenannte Mutterschutz, in dem werdende Mütter nicht beschäftigt werden dürfen. Das Beschäftigungsverbot kann auch früher ausgesprochen werden z.B. wenn es Komplikationen in der Schwangerschaft gibt oder wenn der Arbeitgeber keinen alternativen Arbeitsplatz anbieten kann.

Kollegen informieren

Hiermit sollte man sparsam und mit Bedacht umgehen. Manch ein Kollege wartet nur darauf, die eingeschränkte Leistungsfähigkeit der Schwangeren, lauthals zu verkünden um sich daraus Vorteile zu verschaffen. Alles in allem kommt es natürlich auf das Umfeld, den Chef und die Kollegen an. Frauen in gehobeneren Positionen haben es meist etwas schwerer als andere Frauen.

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2 comments on “Wie verkündet man die Schwangerschaft?!

  1. Herzlichen Glückwunsch!
    Wir hatten Zoe ein T-Shirt bemalt mit „Große Schwester 2015“, damit war sie beim weihnachtlichen Familientreffen.
    Wie und wann man es dem Arbeitgeber sagt, hängt natürlich auch stark vom Job und der Umgebung ab. In einem freundschaftlich verbundenen Team mit einem guten Chef ist so etwas als kurze Info kein Problem, aber in einem großen Betrieb mit Intrigen und allem was man sich so vorstellen kann, muss die Entscheidung vielleicht eher mit Bedacht erfolgen.

    • papa Post Author

      Danke Sebastian,
      du hast vollkommen Recht. Es ist immer abhängig vom Arbeitsumfeld und den sich vielleicht daraus ergebenden Konsequenzen. Das nötige Fingerspitzengefühl, muss natürlich auch mit an den Tag gelegt werden 🙂

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