Überlebensratgeber für werdende Väter

In der Vergangenheit habe ich nur über die Veränderungen und Erfahrungen, die ich bislang als werdender Vater beobachtet habe, berichtet. Heute möchte ich, getreu meinem Blog-Thema „für werdende Väter“, das erste Schwangerschaftstrimester mit einem „Überlebensratgeber für werdende Väter“ abschließen und eine kleine Zusammenfassung meiner Beobachtungen zum Besten geben.
Für mich persönlich ist es nun die zweite Schwangerschaft, die ich erleben darf. (Kind1 erhielt die Hälfte seiner Chromosomen von meiner ersten Frau) Für die werdende Mama -meine zweite Frau- ist es aber das erste Kind. Zur Schwangerschaft bei Kind1 habe ich leider nur noch wenig Erinnerungen und darum bin ich natürlich beim zweiten Mal besonders achtsam.

In diesem Überlebensratgeber gebe ich Tipps für werdende Väter. Nicht nur, wie sie Ihre Frauen während der Schwangerschaft unterstützen, sondern auch, was sie in den kommenden Wochen zu erwarten haben und wie man damit umgeht.

Überlebensratgeber für werdende Väter

Die Schwangerschaft kann eine sehr schwierige Zeit für Frauen sein, vor allem die Erste und es ist oft nicht leicht für uns Männer zu verstehen, was die werdende Mama da gerade durchmacht. Mit der nachfolgenden Übersicht, die für mich betrachtet sehr hilfreich erscheint egal ob Kind1, Kind2 oder Kind5, möchte ich ein paar Grundregeln mit „an den Mann“ geben um die Schwangerschaft vernünftig/friedlich und für beide Elternteile harmonisch zu halten. Ein Überlebensratgeber sozusagen. *gg*

  • Übernimm lästige Aufgaben

    Der Körper einer Frau macht während der Schwangerschaft viele gravierende Veränderungen durch. Die Auffälligste ist natürlich die Körperliche. Aber auch im nicht sichtbaren Bereich durchlebt eine Frau Veränderungen, unter anderem die hormonelle Anpassung. Diese Phase war für mich mit unter die Schwierigste, weil es einfach keinen ersichtlichen Grund dafür gab, warum die werdende Mama auf einmal in der Küche steht und Krokodilstränen weint. Oder warum ein Monk-Haushalt auf einmal anfängt Messi-Züge anzunehmen. Der Grund dafür wird aber klar, wenn man bedenkt, dass die werdende Mama auf einmal nur noch mit sich selber und der Schwangerschaft sowie mit der Hormonumstellung beschäftigt ist und sich ständig hinterfragt, warum ein Gefühlsausbruch jetzt kommt ohne ersichtlichen Grund. Mit diesem für sie ungewohnten Zustand musste sich die werdende Mama erst einmal auseinandersetzen. Dadurch bleibt natürlich weniger Zeit für gewohnte und durchaus selbstverständliche Abläufe im Haushalt. Erschwerend kommt natürlich auch die zunehmende körperliche Einschränkung hinzu.

    Darum mein Appell an alle werdenden Väter: Übernimm lästige Aufgaben. Bring öfter als sonst den Müll raus! Vielleichts triffst du dabei zufällig den Nachbarn und ihr unterhaltet euch über den Garten oder das letzte Fußballspiel. Trag die Wäsche öfter in die Waschküche! Nimm dein Handy mit und genieße die extra Zeit mit einer Partie Forge of Empires. Versuch dich auch mal an der Bügelwäsche (es ist gar nicht so schwer) und schau dir beim Bügeln auf dem Tablet eine Folge „The walking dead“ oder „King of Queens“ an.

     

  • Lass sie Schlafen

    Werdende Mamas sind sehr müde. Seeeehhhhhr müde. Ich erkläre mir den Zustand wie folgt. Der Ernergiehaushalt einer Frau ist genau für den eigenen Organismus ausgelegt. Schlafen, Arbeiten, Haushalt, Sport und Freizeit, alles genau abgestimmt und austariert auf diesen einen Körper. Nachdem sich aber nun auf einmal ein zweiter Organismus im Köper der werdenden Mama breit macht, kommt der Energiehaushalt aber mal sowas von aus dem Tritt, dass das erst einmal verarbeitet werden muss. Und wie es bei allen Menschen ist, macht man das indem Mann/Frau schläft.  Versetze dich mal in die Situation, dass du als Mann mit einem lebenbedrohlichen Männerschnupfen zu kämpfen hast. Wie verbringst du die Zeit der Genesung? Richtig! Schlafend auf der Couch. Im Grunde macht eine Frau während der Homonumstellung nichts anderes durch, nur dass sie den „Virus“ nicht los werden will sonden eine lebenslange Freundschaft mit ihm eingeht. (Virus jetzt hier nur auf die Männergrippe bezogen)

    Darum: Lass sie schlafen. Organisiere dein Werkzeug im Keller neu! Fahre dein Auto mal wieder richtig zum waschen oder kümmere dich um deinen viel zu selten gepflegten Bart. Fang an dich um die wohnliche Veränderung zu kümmern und erstelle Listen und Pläne für Anschaffungen, die ins Haus stehen. Durchforste das Internet nach technischen Errungenschaften und Gimmicks, die für euren Nachwuchs wichtig sind.

     

  • Akzeptiere ihren Heißhunger

    Nicht selten kommt es vor, dass die werdende Mama auf einmal Essallüren an den Tag legt, die du vorher nicht kanntest von ihr. Sei es, dass auf einmal alles salzig und scharf sein muss oder kein Brot mehr ohne Peperoni gegessen werden kann. Oder Essiggurken mit Sahne zum Nationalgericht erklärt werden. Nutella wird dicker als das Brot auf selbiges geschmiert. Und dass, obwohl Nutella vor der Schwangerschaft gemieden wurde, wie das Weihwasser vom Teufel. Schokolade und Gummibärchen kaufst du im Supermarkt immer für eine ganze Fußballmannschaft und nachts um 4 Uhr stuppst dich jemand an, weil plötzlich der Hunger auf einen frischen Cheeseburger lebensbedrohliche Zustände hervorruft.

    Hör auf ihre Wünsche und ihre Bedürfnisse! Kauf Gummibärchen und Schokolade für die ganze Nachbarschaft und dazu gleich ein paar super leckere Beef-Jerkys für dich. Morgens um 4 Uhr stehst du natürlich wie selbstverständlich auf! Du fährst ohne zu überlegen zum Burgerladen und besorgst den leckersten Cheeseburger ihres Lebens, dabei kann man ja auch gleich mal die neuen Sommerreifen auf Herz und Nieren überprüfen 😉

     

  • Mach ihr Komplimente

    Die werdende Mama durchläuft, gerade im ersten Trimester, eine Achterbahn der Emotionen und der Hormone. Dazu kommt, dass sich die werdende Mama ständig unwohl fühlt. Denn auf einmal passt die Lieblingsbluse nicht mehr richtig oder die BH´s scheinen für Teenager gemacht zu sein. Die Hose kneift und damit kann mit Sicherheit kein 8 Stunden Bürotag absolviert werden. Dann noch diese fürchterliche Gewichtszuname, das Becken wird breiter und auf einmal gibt es Abdrücke an den Beinen von den Bündchen der Socken. „Ich seh aus wie ein Mopsi“ so das Zitat meiner Frau.

    Dem kannst du glänzend entgegenwirken indem du ihr sagst, wie sehr du sie liebst, wie sehr du ihren Körper liebst und das, was sich da nach und nach abzeichnet. Sei charmant und zeig ihr, dass sie genau die Richtige ist um die Frucht eurer Liebe zu beherbergen. Geh spontan Shoppen mit ihr und such auch mal ein schönes Oberteil für sie aus. Mag sein, dass der eine oder andere sich damit schwer tut. Vielleicht, weil er so gar kein Händchen für Frauenklamotten hat. Aber hey, deine Frau wird dich dafür lieben und es wertschätzen, dass du ihr auch trotz ihrer „gefühlten“ Unförmigkeit das Gefühl gibst, dass du sie sexy und hübscher denn je findest. Und wer weiß…..vielleicht fühlt sie sich dann auch wieder sexy und verschwindet nach der Shopping-Tour mit dir im Schlafzimmer 😉

  • Tröste Sie

    Wie oben erwähnt, wird sich die werdende Mama ganz oft unwohl, unförmig und so gar nicht sexy finden. Das schlägt natürlich aufs Gemüt und nicht selten auf die allgemeine Stimmung. Es kommt zu ungewollten emotionalen Gefühlsausbrüchen oder einem erheblichem Bedürfnis nach Nähe und Zuneigung.

    Auch hier kannst du als werdender Vater aus der Sonne kommen. Tröste sie, nimm sie öfter in den Arm als du es sonst zu tun pflegst. Hinterfrage ihre Stimmung und warum sie sich unwohl fühlt. Mach ihr Tee und lege dich zu ihr auf die Couch. Massiere ihr den Bauch oder Creme sie mit ihrer Lieblingsbodylotion ein. Aber Vorsicht! Viele Frauen sind empfindlich am Bauch oder um die Brust. Sei behutsam und frag, ob ihr das gut tut. Zeig Interesse an ihren Gefühlen und an dem Bedürfnis nach Zuneigung und Nähe. Und wer weiß, vielleicht passiert das gleiche wie nach der Shopping-Tour, aber nur vielleicht 😉

  • Begleite sie zu den Arztterminen

    Eine Schwangerschaft bringt zusätzlich zu den häuslichen und körperlichen Veränderungen auch Unmengen an Besuchen bei der Frauenärztin, Hebamme und im Schwangerschafts-Vorbereitungskurs mit sich. Diese Termine sind für die Frau sowas wie die 10 Gebote in der Bibel und ich gebe dir nur einen Rat, unterschätze die Wichtigkeit dieser Termine nicht! Klar gibt es Termine, an denen du besser nicht dabei bist, wie z.B. das Erstgespräch mit der Hebamme, aber 80% der Termine sind wichtig. Deine Frau wird es dir nicht vorschreiben, dass du sie zu den Terminen begleitest, schließlich musst du als zukünftiger Ernährer auch im Job deine 100-120% an Leistung erbringen um für deine Familie sorgen zu können. Deine Frau wünscht sich aber insgeheim, dass du bei den wichtigen 80% dabei bist. Stell dir nur mal vor Frau Doktor lässt dich zum ersten mal das Herz deines zukünftigen Nachwuchs schlagen sehen. Oder sie überbringt der werdenden Mama die Nachricht, dass aus einem Nachwuchs plötzlich zwei geworden sind (nein, wir bekommen weiterhin nur einen Nachwuchs 😉 ). Außerdem willst du die werdende Mama sicher nicht alleine lassen, sollte es trotz der Freude und dem Stolz auf den zukünftigen Nachwuchs auch mal eine nicht so schöne Nachricht von Frau Doktor geben. Entscheidungen können dann gemeinsam vor Ort getroffen werden und müssen keinen Aufschub erdulden.

    Steh deiner Frau bei, erlebe die Schwangerschaft auch beim Arzt mit ihr zusammen, schau dir die Bilder auf dem Ultraschall an, höre und sehe das Herz schlagen. Trefft Entscheidungen vor Ort gemeinsam. Besichtigt zusammen den Kreissaal, geht gemeinsam zum Schwangerschafts-Vorbereitungskurs. Lerne andere werdende Väter kennen und gründet z.B. einen Stammtisch. Auch hier vermittelst du der werdenden Mama das Gefühl ein Teil dessen zu sein, was ihr gemeinsam geschaffen habt. Die Termine beim Arzt sind manchmal nicht sonderlich abeitnehmerfreundlich, aber auch hier kann man durchaus mit den Ärzten sprechen um Termine gleich in der Früh oder später am Nachmittag oder Abend zu bekommen. Nutze die angesammelten Überstunden dafür um die werdende Mama zu begleiten. Deinem Arbeitgeber kannst du ja durchaus sagen, dass du einen Termin beim Arzt hast.

     

  • Schreibe einen Blog 😉

    Natürlich nur, wenn du magst und die Muse dazu findest. Tausch dich mit anderen Vätern oder werdenden Vätern aus. Sprich darüber! Eine Schwangerschaft ist ein Geschenk und keine Krankheit, nichts wofür sich ein Mann in der heutigen Gesellschaft schämen muss.
    Mir hilft dieser Blog vor allem, um nicht wieder zu vergessen wie toll die Zeit und die Erlebnisse in der Schwangerschaft doch sind. Ich möchte ein Teil dieser Schwangerschaft sein und meinen Teil dazu beitragen, meine zukünftige Familie stolz und glücklich zu sehen. Denn meine Familie ist mein Zufluchtsort und mein Fels in der Brandung. Mit dem nötigen Fingerspitzengefühl gepaart mit dem nötigen Witz kann ich meinen Gedanken freien Lauf lassen und vielleicht auch ein wenig anderen werdenden Vätern Hilfestellung geben.

Dieser Überlebensratgeber könnte noch viel mehr Punkte enthalten. Ich habe mich hier aber mal auf die für mich wichtigsten beschränkt. Vielleicht schreibe ich noch einen Teil zwei und oder drei 🙂 Resümierend bleibt für mich nur zu sagen: Verliere nie die Veränderungen, die die werdende Mama während „eurer“ Schwangerschaft durchlebt, aus den Augen. Versuche sie zu unterstützen und ihr zu helfen, wo immer du nur kannst. Sei in der Lage die „helping hand“ zu sein, die sie braucht. Mit deiner Unterstützung und mit deinem Zutun werdet ihr eine glückliche, zufriedene, harmonische und starke Schwangerschaft erleben. Gleichzeitig festigst ihr eure Beziehung für das, was da in Zukunft kommt.

Gerne würde mich eure Meinung und eure Erlebnisse dazu interessieren. Wie erlebt ihr die Schwangerschaft oder habt ihr sie erlebt? Wie habt ihr eure Frauen unterstützt oder unterstützt sie? Mich würde auch die Meinungen der Frauen interessieren, die diesen Blog lesen! Habe ich ich was vergessen oder was falsch wiedergegeben? Schreibt mir gerne in die Kommentare und schildert mir eure Sicht der Dinge.

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