Nestbautrieb: Ein Schauspiel in mehreren Akten Erster Akt

Nestbau, war das Motto des letzten Wochenendes. Naja fast, es war noch genügend Zeit für Baden, Grillen, Chillen usw. Der Nestbautrieb ist ja ein „wissenschaftlich“ 😉 belegter Trieb der Frau. Bei der Einen mehr, bei der Anderen etwas weniger. Bis vor zwei Wochen habe ich ernsthaft daran gezweifelt, ob der Nestbautrieb bei der werdenden Mama überhaupt existiert. Innerhalb von nur 3 Tagen, wurde aus weiß aber schwarz und aus 10% Nestbautrieb ca. 250%

Bis zur Geburt von Little-L sind es Stand heute noch 132 Tage. Meine Frau empfindet seit letzter Woche die verbleibenden 130-140 Tage wohl nur noch wie einen Fingerschnipp in der Zeitrechnung. Für mich sind 132 Tage – nunja – eben 132 Tage. Anders dargestellt: Noch mehr als 4 Monate. In 4 Monaten fährt jemand den ich kenne mit dem Fahrrad durch ganz Deutschland. Gut es ist ein E-Bike, aber er muss dabei sicher auch strampeln und sich anstrengen. Manche bauen in der Zeit ein ganzes Haus inkl. Innenausbau, wir müssen nur ein Kinderzimmer einrichten. Das es wichtig ist, für den Nachwuchs ein kleines heimeliges Reich herzurichten, steht für mich außer Frage. Aber, dass alles innerhalb von Stunden erledigt sein muss, sorry, das schafft nicht mal „Superdad“.

Letzte Woche hatte die werdende Mama einer Arbeitskollegin ein Nestchen fürs Elternbett und eine Wiege abgekauft. Alles natürlich vollständig zerlegt, damit es in den 120PS Elefantenrollschuh passt. (Witze über das Turbo Go-Kart darf nur ich machen, nach der Geburt muss nämlich dann ich damit fahren) Alle Teile wurden fein säuberlich aus dem Auto ins Wohnzimmer getragen und standen da erstmal nur sinnlos in der Gegend herum. Während des Abendessens fragte mich meine Frau, ob wir später die Möbel zusammenbauen können. Wohlgemerkt „später“ war das Schlüsselwort. Ich bejahte die Frage und für mich war der Fall erledigt. Später kann ja auch morgen oder übermorgen bedeuten. Die Rechnung hatte ich aber so wirklich ganz ohne meine geliebte Frau gemacht. „Später in Nestbautrieb-Sprache bedeutet nämlich: Schatz, jetzt iss mal schnell dein Essen auf, damit du SOFORT danach alles montieren und ins Kinderzimmer tragen kannst.

Es kam also, was kommen musste. Nach dem Essen verschwand ich im Arbeitszimmer, weil ich noch was arbeiten wollte und die dem Nestbautrieb Verfallene blieb im Wohnzimmer. Da mein Arbeitszimmer sich seit Ostern im 2. Stock befindet, hört man natürlich auch nicht alles, was im Erdgeschoss von Statten geht.  Nachdem ich gefühlt 3 Minuten vor meinem Rechner saß, hörte ich schon das Wehklagen meiner Frau gefolgt von einem: „Schaaaaaaaatz, kannst du bitte mal kurz kommen?“

Natürlich konnte ich!  *grumml*

Zwei Stockwerke unter mir saß meine Frau im Schneidersitz, bewaffnet mit Akkuschrauber, Zange und Schraubendreher, auf dem Boden und versuchte vergeblich die Babywiege zu montieren. Wie konnte sie in 3 Minuten den Tisch abräumen, das Werkzeug aus dem Keller holen und schon so verzweifelt mit dem Aufbau der Möbel sein?
Erst da verstand ich welche Dringlichkeitsstufe dieses „später“ von vorhin eigentlich hatte. Etwas weniger motiviert, setzte ich mich neben sie und begann damit alles entsprechend seiner Bestimmung zu montieren. Der Vorgang dauerte dann auch erstaunliche 20 Minuten. Wohlerzogen habe ich danach alles ins Kinderzimmer getragen und bin wieder im 2. Stock verschwunden. Der restliche Abend verlief dann fast wortlos :O

Spätestens jetzt wusste ich, dass die Uhren von nun an anders ticken werden. Von daher war es nicht verwunderlich, dass ich mich 3 mal rückversicherte, als für das Vatertags-Wochenende das Streichen des zukünftigen Babyzimmer in den Raum geworfen wurde. Klares Ziel: Nach dem Wochenende ist das Zimmer vollständig gestrichen. Diesmal hatte ich den Auftrag richtig und vollständig verstanden. *gggg* Die Auswahl der Farben habe ich komplett meiner Frau überlassen. Natürlich wurde ich über alles, was an Farben in Frage kommen würde, informiert. Die Entscheidung musste dann zwischen „gelb oder grün“  gefällt werden. Unsere Wahl fiel auf grün. Mit vereinter Kraft und Unterstützung von Kind1, wurde dann am Freitag alles ausgeräumt, Steckdosen und Lichtschalter abmontiert, alles abgeklebt und  Wände sowie die Decke in weiß vorgestrichen.

Das Zimmer sah für mich danach genau so weiß aus wie davor, aber es war nun weiß gestrichen. Zeitlich hatte sich die 250% Nesttrieb-Mama ganz gewaltig verschätzt und so musste der grüne Part auf den Samstag verschoben werden. Hier packten dann auch wieder alle mit an und es kam sogar mehr Spaß auf als zuerst vermutet. Hier ein paar Bilder unserer Malaktion.

familie-angemalt

Unser kleiner Picasso hat alle Familienmitglieder verewigt. 🙂 Der Dicke bin übrigens ICH :O

Picasso_Kind1

gruenes-Wunder

Das fertig gemalerte, grüne Zimmer sieht jetzt so aus. Little-L´s Bettchen steht schon an seinem endgültigen Platz.

Kinderzimmer-fertig

Natürlich ist das noch nicht der „Endzustand“. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass die 250% Nestbau-Energie noch eine ganze Weile anhalten wird. Drückt mir die Daumen 😉

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