Woche 24: Der Marathon um den Krippenplatz

Ja, ihr habt richtig gelesen. Unser Kind ist noch nicht mal auf der Welt und wir suchen schon einen Krippenplatz. Verunsichert, durch Aussagen aus dem Freundeskreis haben wir uns auf die Suche nacht einem Krippenplatz für Little-L gemacht. Aber der Reihe nach.

Unsere 24. SSW ist gestern angebrochen. Laut Lehrbuch wiegt Little-L schon über 600 Gramm. Obwohl er immer noch wenig Körperfett hat und die Haut dünn und zart ist, ist er jetzt äußerlich voll entwickelt und misst vom Scheitel bis zur Sohle 30 Zentimeter.Sein Gehirn entwickelt sich in unglaublicher Geschwindigkeit. Seine Geschmacksknospen sind voll entwickelt und seine Fingerabdrücke genau wie seine Fußabdrücke werden täglich detaillierter. In seinem Körper verzweigen sich seine Lungen zum Bronchialbaum.

Zum Glück bin ich bisher von den über alles gefürchteten Schwangerschaftsstreifen verschont geblieben. Ich schiebe es auf das fleißige Schmieren – morgens nach dem Duschen mit Babyöl und abends vor dem Schlafen gehen mit Mama Bodylotion. 😉 Vielleicht habe ich ja Glück und gehöre zu den ungefähr 10 Prozent aller Frauen, die davon verschont bleiben – die Hoffnung stirbt zuletzt 😉

Je größer der Bauch wird und je deutlicher die Bewegungen von Little-L meinen Bauch wackeln lassen, desto mehr rücken die restlichen Vorbereitungen in den Vordergrund. Die Baby To-Do-Liste (in To-Do-Listen sind wir Frauen ja Weltmeisterinnen) muss so langsam fertig abgearbeitet werden. Wie in einer modernen Ehe so üblich, teilen mein Mann und ich uns auch diese Aufgaben.
Ich habe das Los gezogen mich um die Kinderkrippe und den Kinderarzt zu kümmern. Man kann ja überall lesen, dass man dies schon ab der 20. SSW in Angriff nehmen soll.
Wegen des Kinderarztes hat uns die Hebamme empfohlen, uns jetzt schon vorab anzumelden, damit wir nach der Geburt nicht mit Little-L da stehen und überall wegen Aufnahme Stop abgewiesen werden.

Quelle: http://cliparting.com

Als oberbayerisches Hauptstadtmädel und mit einer besten Freundin als Erzieherin, ist mir die Kinderbetreuungsproblematik geläufig. Aber vor der Geburt des Babys die verschiedenen Einrichtungen abzuklappern, kam mir total bescheuert vor. Auch wenn es in unserer Kleinstadt noch keine übergreifende Kitasuche online gibt, sind doch auf der Seite der Stadt alle Krippen aufgelistet und ich habe mit dem Telefonmarathon begonnen.

Ihr könnt euch bestimmt das mulmige Gefühl vorstellen, mit dem ich bei der ersten Einrichtung angerufen habe. Natürlich habe ich mir vorher ein Sprüchlein zu Recht gelegt, damit ich nicht aus dem Konzept gebracht werde. Für mich war es ja schon eine komischen Anfrage. Zum Glück kannte die sympathische junge Dame am anderen Ende der Leitung derlei Anfragen. Sie hat mir sofort mein mulmiges Gefühl genommen. Sie hat mir erklärt, dass wir zum Glück noch keine Großstadtzustände bei uns haben und es ausreichend ist, wenn wir uns am Tag der offenen Türe die Einrichtung anschauen und dann unseren Little-L anmelden. Wir haben auch noch einiges über die Einrichtung besprochen und ich habe, gut aufgeklärt und mit einem beruhigten Gefühl, das Telefonat beendet.

Die anderen Einrichtungen waren dann auch schnell durchtelefoniert und mit meinem neuen Selbstbewusstsein habe ich dies auch souverän ( Eigenlob an mich *ggg*) gemeistert. Am Ende haben wir nun folgende Erkenntnisse und Informationen zusammengetragen:

  • Es ist vollkommen ausreichend am Tag der offenen Türe die Kinderkrippe zu besuchen und kennen zu lernen. Diese sind immer im Herbst oder Frühjahr und auch der richtige Zeitpunkt für die Anmeldung.
  • Alle Einrichtungen haben verschiedene Schwerpunkte und Philosophien.
  • Ausgesucht wird bei uns nicht nach Warteliste, also nach dem Prinzip „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ oder zu Neudeutsch „ First comes, first served“, sondern nach Sympathie und Gruppenstruktur (also Alter und Geschlecht). Ob das besser oder schlechter als eine Warteliste ist, bleibt abzuwarten.
  • Alle, meist junge Damen, waren sehr sehr freundlich, hilfsbereit und auskunftsfreudig.

Also kann ich wieder einen Punkt von unserer Liste abhaken, als bearbeitet aber noch nicht erledigt 😉

Achso….Kinderärzte habe ich erfahren, sind gerne in den Ferien im Urlaub. Da kann ich leider erst ab SSW 25 anrufen und mein Glück versuchen.

Bis bald eure werdenden Mama

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9 comments on “Woche 24: Der Marathon um den Krippenplatz

  1. Wow.
    Wir haben in unserer Kleinstadt „spontan“ einen Krippenplatz gefunden, als Mama ein Jobangebot hatte. So ca. zwei Wochen später begann die Eingewöhnung. Krippe und Kita werden bei uns auch zentral von der Stadt verwaltet, also ist nur ein Antrag notwendig und das Kind wird dann zugewiesen. (Online? Ist das was mit On-Leine? Nein, unsere Verwaltung ist nicht auf der Leine, die ist ein paar Dutzend Kilometer weiter, bei uns ist die im Rathaus und hat von eingeschalteten Flüssen noch eher wenig gehört.)
    Mit dem KiA lief es ähnlich: Einfach beim ersten WehWehchen (oder war es die U3?) möglichst mit Termin vorbeikommen – fertig.

    • mama Post Author

      Hallo Sebastian, vielen Dank für deinen Beitrag. Darf ich Fragen, in welcher Himmelsrichtung Deutschlands du zu Hause bist? Wie schon an Nina geantwortet, kenne auch ich Gemeinden, die für jedes Kind einen Krippen – bzw. Kindergartenplatz zu moderaten Preisen vorhalten. So wie es bei euch funktioniert hat, sollte es auch die Regel sein. Denn wie du geschrieben hast, müssen ja auch noch alle durch die Eingewöhnung durch, bevor dann die Mama beruhigt ihren Job angehen kann, weil man weiß, dass das Kind zufrieden und gut versorgt ist. Ich bin gespannt, wie es bei uns laufen wird. Bin allerdings nach den Telefonaten mit den Einrichtungen schon etwas beruhigt, dass wir einen passenden Platz dann finden und auch mit den Betreuungszeiten, die wir dann benötigen.
      Bei einer Freundin von mir war es jetzt so, dass sei in ihrem kleinen Wohnort nur eine Einrichtung haben, die nur Betreuungszeiten von 8 – 13 Uhr anbietet. Da sie 2 Kinder hat, die sie unterbringen muss, und einen einfachen Arbeitsweg von 45 Minuten hat, hat sie sich schon gefragt, wie sie das eigentlich stemmen soll, weil die 4 Stunden täglich arbeiten noch nicht einmal für die Kita-Kosten gereicht hätte. Das ist finde ich auch sehr schade. Die Möglichkeit die Kinder in einer anderen Einrichtung in einem benachbarten Ort unterzubringen, wurde aber auch nicht genehmigt.
      Zum Glück hat die Geschichte jetzt ein Happy End genommen, denn da sich 6 Familien eine längere Betreuungszeit gewünscht haben, bietet die Kita diese nun an 8 – 16 Uhr. Somit kann sie mehr Stunden arbeiten gehen und es bleibt am Ende vom Monat auch noch etwas „Taschengeld“ übrig.

      Ich danke dir für deinen Beitrag und drücke uns die Daumen, dass die Suche bei uns genauso unkompliziert verläuft wie bei euch.

      Viele Grüße!

      • Im schönen Niedersachsen – aber das ist eher eine Frage der kommunalen Ebene. Wir hatten, nachdem keine Reaktion von der Stadt kam, einfach mal in unserer Kleinstadt-Facebook-Gruppe gefragt und die Tagesmutter hat sie gemeldet – sie wartete seit Wochen auf neue Kinder, weil zwei Plätze frei geworden waren.

  2. Sieh die Streifen als eine wunderschöne Erinnerung an die schönste Zeit im Leben.

    • mama Post Author

      Hallo Nadine, ich muss zugeben, so hab ich das noch gar nicht gesehen 😉 Aber es ist eine wundervolle Einstellung und ich danke dir ganz herzlich dafür! Ich glaube, wenn das kleine Glück erst einmal da ist, werde ich auch stolz auf meinen Körper sein, egal wieviele Veränderungen nach der SS dann übrig bleiben:)

      Liebe Grüße an dich und deine Familie!

  3. Ich kenne das Problem leider zu gut. Hier oben in Köln/Bonn ist es ein echter Alptraum. Wir haben unseren Joschi mehr als 1 Jahr vorab angemeldet und keinen Platz bekommen. Jetzt ziehen wir bald um und haben natürlich sofort wieder einen Platz gesucht. Mit unter 3 Jahren machen wir uns aber nicht viel Hoffnung :(.

    • mama Post Author

      Hallo Denise, oh je…das ist sehr schade zu hören, dass ihr trotz so frühzeitiger Anmeldung keinen Platz bekommen habt. Vorallem weil es ja heutzutage oft so ist, dass der Familie gar keine andere Wahl bleibt, als dass nach dem Jahr bezahlter Elternzeit auch der Elternteil, der zu Hause geblieben ist, wieder zumindest in Teilzeit ins Berufsleben einsteigt. Und das Glück, dass man Großeltern in der Nähe hat, die evtl. die Betreuung des Nachwuchses übernehmen können, hat leider auch nicht jeder.
      Da ich diese Woche erfahren habe, dass mein befristeter Vertrag, der in der Elternzeit endet, nicht verlängert wird, werden wir nach dem Jahr Elternzeit auch vor dem Problem stehen, dass ich für mindestens 15 Stunden in der Woche eine Kinderbetreuung vorweisen muss, damit ich Arbeitslosengeld bekomme und mich das Arbeitsamt vermitteln kann. Sonst kann ich nur zu Hause bleiben und noch nicht einmal einen Job annehmen, wenn ich einen finden würde. Das bereitet mir aktuell schon Kopfzerbrechen, aber ich denke mal positiv und hoffe, dass wir einen Betreuungsplatz finden.

      Euch drücke ich ganz fest die Daumen, dass ihr an eurem neuen Wohnort doch noch Glück habt und einen Platz bekommt, an dem sich euer Nachwuchs auch pudelwohl fühlt und ihr ihn gerne unterbingt.

      Viele Grüße und ganz lieben Dank für deinen Beitrag!

  4. Unfassbar, wie unterschiedlich das mit den Plätzen ist. Hier bei Wuppertal würde uns überall gesagt dass man vor der Geburt aufgrund der fehlenden Daten (vor allem Geburtsdatum und Name) gar nicht anmelden kann und man sich eben erst nach der Geburt melden soll. Dies aber so früh wie möglich, wenn man eben genau absehen kann, wann man den Platz braucht.

    • mama Post Author

      Hallo Nina, ja das ist wirklich von Gemeinde zu Gemeinde ganz unterschiedlich. Ich kenne auch hier bei uns im Süden Bayerns Gemeinden, die das Versprechen der Regierung halten und auch wirklich für jedes Kind einen Krippen- bzw. Kindergartenplatz vorhalten und, das Beste daran ist, dass diese dann auch bezahlbar sind.
      Wobei ich wirklich schon beruhigt war, nachdem die eine Erzieherin bei dem Telefonat geäußert hat, dass wir hier bei uns noch keine Münchner Verhältnisse haben und es ausreicht, nach der Geburt beim Tag der offenen Tür unser Kind anzumelden. Dann ist es auch so ungefähr 4-5 Monate alt, das lasse ich mir eingehen, dann auf Betreuungsplatzsuche zu gehen.

      Viele Grüße an dich und deine Familie! Und danke für deinen Beitrag, auch wenn der Umstand nicht schön ist, tut es gut zu hören, dass auch andere mit dieser Problematik konfrontiert wurden.

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