Das erste Mal ;) – Teil 3 Babynews, Lokomotivenkurs und Zuckerwassertrinkkontest

Nun sind wir schon beim dritten und somit – vorerst 😉 – letzten Beitrag in dieser Rubrik „Das erste Mal ;)“ angekommen. Dank der modernen Medizin bleibt uns Schwangeren nichts erspart. Deswegen erhalten wir alle um die ca. 26. Woche eine Vorladung zum Glucosetoleranztest.
Das klingt spekatukärer als es ist, muss aber gemacht werden. Hierbei handelt es sich um einen Test auf Schwangerschaftsdiabetes.

Was das ist, habe ich euch zusammengefasst:

Während der Schwangerschaft entwickeln 2 bis 14 % der Schwangeren eine Schwangerschafts- oder Gestationsdiabetes. Damit bezeichnet man einen ungewöhnlich hohen Blutzuckerspiegel. Im Gegensatz zu anderen Formen des Diabetes, die ein Leben lang andauern, verschwindet der Schwangerschaftsdiabetes häufig nach der Entbindung wieder.
Bei Diabetes ist der Körper nicht ausreichend in der Lage die richtige Menge Insulin zu produzieren. Insulin ist entscheidend, dass der mit der Nahrung aufgenommene Zucker wieder abgebaut und daraus Energie gewonnen werden kann.

Durch die Veränderung der Hormone in der Schwangerschaft wird bei einigen Frauen die Insulin-Produktion sehr stark gestört. Das führt u einem erhöhten Blutzuckerspiegel. Das größte Risiko tragen Schwangere, die bereits Schwangerschaftsdiabetes in einer früheren Schwangerschaft hatten. Auch Frauen, die bereits ein oder mehrere sehr große Kinder zur Welt gebracht haben, sind gefährdet.

Hier einige Risikogruppe:

  • Frauen mit starkem Übergewicht (Body Mass Index höher als 27)
  • Ältere Schwangere (die Wahrscheinlichkeit, Diabetes zu bekommen, steigt mit zunehmendem Alter an)
  • Frauen, deren Bruder, Schwester oder ein Elternteil Diabetes haben.

Das erste mal 3

Das Hauptproblem bei der Schwangerschaftsdiabetes liegt darin, dass der Zucker über die Plazenta in den Blutkreislauf des Kindes gelangt. Dadurch besteht die Gefahr, dass es sehr groß werden kann. Dies kann die Wehen oder die Geburt negativ beeinflussen, wodurch die Wahrscheinlichkeit für einen Kaiserschnitt steigt.
Es kommt auch in einigen Fällen vor, dass Babys von diabetischen Müttern nach der Geburt eine Neugeborenengelbsucht entwickeln. Das ist allerdings nicht weiter dramatisch, da die Neugeborenengelbsucht heute gut und schnell behandelt werden kann.
Eine nicht erkannte bzw. unbehandelte Diabetes der Mutter kann später bei dem Kind zu gesundheitlichen Problemen führen. Leider kann Diabetes auch zu einer Stoffwechselstörung bei dem Kind führen, die selten schwer und noch seltener zum Tod führen kann.

Die Frauenarztpraxis empfiehlt bei Schwangerschaftsdiabetes immer zuerst eine Ernährungsumstellung. Hier soll darauf geachtet werden, wenig industriellen Zucker zu sich zu nehmen. Das heißt, auf den Tisch kommen möglichst nur frisch zubereitete Speisen, vor allem Vollkornprodukte, Gemüse, Fleisch und Fisch. Auch 30 Minuten Sport am Tag unterstützt die Senkung des Blutzuckerspiegels.

Soweit zum medizinischen Hintergrund. Mein Berufsleben habe ich damals, als PTA in der Apotheke begonnen und von da kenne ich noch diese riesigen fertigen 0,5 Liter Flaschen, die die Schwangeren damals immer für den Test abgeholt haben. Ich hatte echt einen ordentlichen Respekt davor, diese Menge herunterzubekommen.

Einen Tag bevor ich also in der Praxis für den Test antreten musste, habe ich mich noch einmal vergewissert, ob ich nüchtern kommen muss. Zum Glück ist das nicht notwendig, nur vom Nutellabrot wurde mir abgeraten. Mit dieser Einschränkung konnte ich gut leben. Morgens um kurz nach 8 Uhr kam ich also bei meiner Frauenärztin an. Nach der Anmeldung durfte ich routinemäßig etwas Urin abgeben. Auf dem Rückweg ins Wartezimmer hielt mir dann schon die freundliche Sprechstundenhilfe eine große Tasse vor die Nase mit dem Kommentar: „Lassen Sie es sich schmecken. Sobald sie ausgetrunken haben, bringen Sie bitte die Tasse zu mir zurück, dann stoppe ich die Zeit.“ Gesagt getan. Mit einem flauen Gefühl im Magen und besänftigt, weil es nur ca. 0,3 Liter lauwarmes Zuckerwasser war, setzte ich mich also wieder.

Tapfer nahm ich den ersten Schluck. Danach war ich mir echt nicht sicher, ob ich das Zeug vollständig trinken können würde. Wichtiger aber ist ja dann, dass es wirklich unten bleibt.. Ich beschloss es wie früher als Kind mit dem Hustensaft zu machen, Nase zuhalten und runter mit dem Zeug. Schnell noch ein Beweisbild an den werdenen Papa gesendet. Danach hab ich die Tasse in einem Zug leer getrunken und pflichtbewusst zurück an den Empfang gebracht. Anschließend hieß es zurück ins Wartezimmer und eine Stunde druchhalten. Gut vorbereitet, hatte ich meinen E-Book Reader mit einem wirklich spannenden Krimi dabei, der mir die Wartezeit verkürzte. Nur der unbequeme Stuhl hat das „Wellnessprogramm“ gestört.

Kurz bevor meine Stunde vergangen war, kam eine andere Mami mit einer Tasse in der Hand in das Wartezimmer. Sie hat genau wie ich angewiedert und unglücklich auf den Inhalt geschaut. Als ich das gesehen habe, hatte ich Mitleid und versucht sie mit meinem „Das schmeckt gar nicht so schlimm“ etwas aufzumuntern. Nach ihrem ersten Schluck konnte sie mir auch zustimmen und das Gebräu herunterwürgen.

Dann hörte ich auch schon den Timer klingeln. Jetzt hieß es Daumen drücken, dass mein Körper gut mit dem Zuckerwasser klar gekommen ist und die Blutwerte passen. Ansonst heißt es „Adé heißgeliebte Schokoladentafeln und Gummibärchentüten“.
Sogleich wurde ich auch schon aufgerufen und in das Blutzapfzimmer gerufen. Mein letzter Besuch hat ja damit geendet, dass die Auszubildende meine Ader nicht getroffen hat und daraufhin fluchtartig den Raum verließ um Verstärkung zu holen. Ihr erinnert euch bestimmt? Nach-Untersuchungs-BlutergussDiesmal wurde aber gleich beim ersten Mal richtig zugestochen und so kamen dann auch drei Röhrchen Blut zustanden.
– Das erste für den Glukosetoleranztest, das auch gleich in ein Gerät zur Analyse gesteckt wurde.
– Das zweite für ein großes Blutbild.
– Das dritte für den Rhesusfaktor-Antigen-Test, der im externen Labor gemacht werden.

Der Zuckerwert war aber nach ca. 5 Minuten schon da – und was soll ich sagen, der Wert lag bei 94. Dazu ist wichtig zu wissen, dass eine Stunde nach dem Kosum von Zuckerwasser bzw. nach einer Mahlzeit der Zuckerwert unter 100 liegen sollte. Damit ist dann bewiesen, dass der Körper den erhöhten Zuckerspiegel ordnunggemäß wieder abbauen kann.
Auch die Frau Doktor war sehr zufrieden mit dem Wert. Danach durfte ich dann auch noch zur Hebamme rein. Nach einem kurzen Gerspräch verließ ich das Sprechzimmer mit einem Schwangerschaftsmassagetermin für die kommende Woche im Gepäck. Ich hoffe, dass sie es schafft, meine Leistenbeschwerden und die Schmerzen in meiner Lendenwirbelsäule zu lindern.

Daraus könnte fast ein Teil 4 für die Reihe entstehen 😉 Lasst euch überraschen!

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