Woche 30: Stromschlag und Haxnparade

Und wieder ist eine Woche ins Land gezogen, sogar fast zwei. Darum gibt es heute, wenn auch etwas verspätet, das Wochenupdate zur Woche 30.
Die letzten zwei Wochen hatten es in der Tat in sich. Zum einen war meine Frau wegen eines Stromschlages ungeplant beim Frauenarzt, zum andern hatten wir wieder Babywatchingtermin und der Lokomotivenkurs wurde für mich mit Kurstag zwei mehr oder weniger abgeschlossen.

Ich fange mal beim Stromschlag an. Letzte Woche hatte ich einen sehr wichtigen Termin, der durchaus Auswirkungen auf meine berufliche Zukunft haben könnte. Ensprechend unter Spannung ( 😀 😀  was ein Wortspiel) bin ich an dem Tag und den Tagen davor gewesen. Die werdende Mama wusste um die Wichigtkeit und hat mir in den Tagen davor wirklich mein ganzes breites Kreuz freigehalten. Sie weiß wie das geht und wie sehr ich diese Türsteherposition an ihr schätze. Am Montag war dann der super wichtige Termin und ich war in Gedanken natürlich nicht bei Frau, Kind, Bauchzwerg und Co. Ich war fixiert auf meinen Vortrag und auf das, was da so alles kommen mochte.

Als meine Aufgaben soweit erfüllt waren, wollte ich voller Stolz zuhause meinen Bericht über den erfolgreichen Verlauf abliefern. Wir hatten ca. 5 Minuten mein „Gesabbel“ besprochen, als die Frau so völlig aus dem Zusammenhang erzählte, dass sie heute schon bei Frau Doktor zu Besuch war.  Babywatching ist doch erst am Dienstag, dachte ich mir und fragte natürlich nach dem Grund des außerplanmäßigen Besuchs.

„Ich hab einen Stromschlag bekommen.“ WAAAAAAAAAAS? Innerhalb von Sekundenbruchteilen war meine gute Laune natürlich in absolute Besorgnis umgesprungen. Stromschlag? Wieso? Warum? Was hast du gemacht? Wie gehts dem Baby? Mit dir alles in Ordnung? (Ich gebe zu an der gewichtigen Reihenfolge der Fragen muss ich noch etwas arbeiten)
„Die Hauptsicherung ist auch gleich geflogen“ Ähhhh…..hast du meine Fragen nicht verstanden Frau???
„Es ist aber alles in Ordnung, dem Baby gehts gut und mir auch!“ (Wenigstens weiß meine Frau, wie meine Fragen gewichtet werden und antwortet entsprechend *gg*)

Meine Frau hat wohl in einem kleinen Moment der Unachtsamkeit versucht ein mitunter schlecht isoliertes Stromkabel anzufassen. Dass Stromkabel an sich und vor allem schlecht isolierte das gar nicht mögen, musste sie dann auch leidlich feststellen. Das Stromkabel in unserem Wohnzimmer fand das sogar so ätzend, dass gleich die Hauptsicherung „ausgerastet“ ist und ihr schützend beiseite stand. Die Untersuchung bei Frau Doktor hat zum Glück nichts ergeben. Angeschlossen und verdrahtet (Kabel wohin das Auge reicht), spuckte das CTG nur TipTop Werte aus. Zum Glück!!!! Das Kabel habe ich natürlich sofort nach meiner Rückkehr zuhause ordnungsgemäß entsorgt. Richtig gefeiert habe ich die Entsorgung 😉 Dieses Kabel ist jetzt für unseren Haushalt gestorben und hoffentlich kommen die Rohstoffe niemals mehr zu uns zurück.

Am Dienstag war dann endlich wieder mal ein Babywatching-Termin. Wer meine Beiträge bislang verfolgt hat, weiß genau, wie ich früher über den Tempel der Frauen gedacht habe. Mittlerweile bin ich ganz gern bei Frau Doktor und werde sogar immer freundlich begrüßt. Ich werde nicht mehr beäugt, wenn ich mit ins Untersuchungszimmer einlaufe und Frau Doktor weiß ganz genau, dass wir die Familie sind, die nicht wissen will, ob Little-L jetzt männlich oder weiblich ist. Vor der Untersuchung bei Frau Doktor gabs noch einmal ein planmäßiges CTG um zu schauen, ob Little-L den Wutausbruch des Kabels vom Vortag gut vertragen hat. Auch am „Day-after“ war alles TipTop in Ordnung. Little-L scheint sehr robust zu werden, was wiederum für einen Jungen spräche 😀 😀

Bei Frau Doktor war auch alles wie gewohnt. Die Frau legte sich hin, ich stellte mich dahinter, Ultraschallpampe wurde großflächig auf der Frau verteilt und dann wurde reingeschaut in den Bauch. Ich finde das schon sehr faszinierend, wie mit Ultraschall ein Kind in den Bauch meiner Frau gezaubert werden kann. *gg* Das Erste, was wir zu Gesicht bekamen, war der Rücken des Bauchzwergs. Little-L hatte anscheinend keinen Bock auf großes Kino und wollte lieber schlafen. Da weder Frau Doktor noch meine Frau zimperlich sind, haben sie es geschafft (mit wenig Zureden und viel Druck ausüben), dass Little-L sich doch noch zu uns und dem Ultraschallkopf drehte. Allerdings hat er gleich gezeigt, wer der Herr oder die Frau in der Höhle ist.

Beide Hände vors Gesicht und den linken Fuß direkt auf den Bildschirm gepresst, protestierte sie (ja so zickig sind glaub nur Mädchen)  gegen den Glotzversuch der Eltern. Was für eine wundervolle Haxnparade demonstrierte der Zwerg doch in Mamas Bauch. Die Beule war sehr deutlich von außen zu sehen. Frau Doktor konnte dennoch ein paar spektakuläre Aufnahmen machen und alles Wichtige für die Untersuchung ausmessen. 43cm, 1370g und Schuhgröße 6 stand am Ende der Untersuchung auf dem Papier. Für die 30. Schwangerschaftswoche ein sehr gutes Ergebnis. Bei der Untersuchung konnten wir auch die Haare auf dem Kopf und im Nacken sehen. Wenn jetzt rauskommt, dass Little-L ein Junge wird, wird es mit Sicherheit ein Punk-Rocker. 😀  😀 Ich freu mich drauf *ggg*

Kommen wir zum Lokomotiven-Kurs. Direkt nach dem Besuch bei Frau Doktor sind wir ins hiesige Krankenhaus gefahren um dem Geburtsvorbereitungskurs beizuwohnen. Diejenigen, die mir auf Instagram folgen, haben die Bilder in meiner Story gesehen. (Ich war nicht so wirklich bei der Sache) Für mich war es der zweite Termin und somit auch der Letzte. Nicht, weil ich da nicht mehr hin möchte, nein die Partner durften nur zweimal dabei sein. Resümierend würde ich den Kurs als vollen Reinfall bewerten. Ich weiß nach zwei Besuchen weder, wie meine Frau richtig atmet, noch wie ich richtig mitatme. Ich weiß weder wie ich meine Frau unterstützen kann, noch wie ich sie in den wichtigsten Momenten anfeuern oder beruhigen soll. Geburtsstellungen sind auch Mangelware gewesen.

Was ich weiß ist, wann ich meine Frau ins Krankenhaus fahren kann und wann ich sie lieber mit dem Krankenwagen fahren lassen sollte. Diese Ausbeute an Informationen ist wirklich nicht sehr üppig nach 4 Stunden Kursteilname. Liebes Krankenhaus, bitte optimiert mal euer Programm. Ich weiß, die Hebammen machen das nebenzu und oft auch nach ihren viel zu langen Schichten. Meine Erwartungen sind ganz klar, dass ich als Mann nach 4 Stunden Kurs weiß, wie ich meine Frau bei der Geburt unterstützen kann.

Befremdlich fand ich auch die Tatsache, dass an jedem Kurstag eine andere Hebamme den Kurs leitet. Natürlich ohne wirklich im Detail zu wissen, was in der Stunde davor passiert ist. Informationsüberschneidungen sind da nicht auszuschließen. Nicht zu vergessen, die Informationslücken die dadurch entstehen. Ich möchte hier jetzt nicht über die Hebammen schimpfen, die können glaub am Wenigsten etwas dafür. Meinen Unmut würde ich gerne eine oder zwei Etagen höher anbringen. Das Krankenhaus und unsere wundervolle Gesundheitspolitik sind für solche Zustände verantwortlich.

Wieso kann ein Geburtsvorbereitungskurs einer öffentlichen Einrichtung nicht nur von einer Person geleitet werden? Wieso kann man im Krankenhaus bei der Geburt, nicht eine Hebamme für sich beanspruchen? Ich persönlich finde die Vorstellung sehr befremdlich, wenn während der Geburt die Hebammen Schichtwechsel haben und plötzlich ein neues Gesicht unter dem Uterus meiner Frau abtaucht. Beruhigender würde ich die Tatsache begrüßen eine „eigene“ Hebamme zu haben, die die Geburt von Anfang bis Ende begleitet und alle Details, die eine Geburt so mit sich bringt, erlebt und nicht nur erzählt bekommt.

Mich würde interessieren, wie es anderen Frauen oder Männern beim Geburtsvorbereitungskurs und bei der Geburt ergangen ist. Habt ihr auch ähnliche Erfahrungen gemacht? Wie ist eure Meinung dazu?

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One comment on “Woche 30: Stromschlag und Haxnparade

  1. Puh da habt ihr ja ein paar turbulente Tage hinter Euch. Schön das gerade die Kabelgeschichte so glimpflich ausgegangen ist. Als ich vor 18 Jahren das letzte mal schwanger war, war es noch sehr unüblich das Männer mit zum Babykucken gingen und die Qualität der Technik von damals hätte ja sowieso nicht viel wirklich deutbares gezeigt. Trotzdem ist der Papa schon damals 1-2 x mit und durfte sich zumindest einen verschwommen Einblick des Zwergleins machen. Beim 2. Kind wollten wir eigentlich auch nicht wissen was es wird…..aber das konnte der Ultraschall dann ganz gut, Kind saß wie ein Budda im Bauch, mit vollem Blick auf das was nicht übersehbar war..ein Junge. Es hat sich einiges geändert …Technik, Untersuchungen, Feindiagnostik usw und das ist auch gut so.

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