Woche 38: Die Hebamme kommt jetzt Wöchentlich

Nun ist es also soweit. Die 37. Schwangerschaftswoche haben wir ohne größere Vorkommnisse hinter uns gelassen.  Das stimmt nicht ganz.

Denn mit Erlaubnis von Hebamme und Ärztin haben wir uns nun doch ganz kurz entschlossen getraut in den Urlaub zu fahren. Bis zu letzt waren wir sehr unschlüssig, ob wir es wagen sollen. Obwohl die Schwangerschaft bisher ja zum Glück ganz problemlos verlaufen ist, wollten wir nicht zu viert aus dem Urlaub wieder kommen. Doch für die letzte Ferienwoche war sehr schlechtes Wetter angesagt. Der werdende Papa war die voraus gegangenen 2 Urlaubswochen sehr fleißig und hat weiter gearbeitet. Kind 1 hat vor lauter Langeweile seine Leidenschaft fürs Lesen entdeckt, da keiner seiner Freunde da war. Und die zukünftige Mama hat sowieso den „zu Hause sein“ Koller und immer Fernweh. Also haben wir nach einer bezahlbaren Unterkunft in Oberitalien gesucht.

Was soll ich sagen, wir haben auch ein super Schnäppchen gefunden, das wir quasi annehmen mussten ;). Also noch einmal ab zur Frau Doktor, CTG gemacht und per Ultraschall bei Little-L nach dem Rechten geschaut. Alles tippi toppi.
Jetzt mussten nur noch die Koffer gepackt , das Blumen gießen und Briefkasten leeren an die Nachbarn übergeben und das Auto gepackt werden. Gesagt, getan! So haben wir noch einmal eine wunderschöne, erholsame, aber vorallem sonnige und warme Woche zu dritt am Meer verbracht.  Mit allem, was dazu gehört…langes Ausschlafen, lecker Eis und Pizza, plantschen in Meer und Pool, Sand auf der Haut und Wind in den Haaren.

Nun sind wir wieder zurück und müssen uns dem Alltag widmen. Das heißt vorallen Dingen, die restlichen Vorbereitungen für die Ankunft des neuen Familienmitgliedes treffen.
Dazu gehört bei uns die geburtsvorbereitende Akupunktur. Was genau das ist, könnt ihr im vorherigen Beitrag nachlesen.
Heute kam nun zum ersten Mal die nachsorgende Hebamme zu uns nach Hause um mich zu pieksen. Bei der Behandlung meiner Rückenschmerzen habe ich sehr gute Erfahrungen mit  Akupunktur gemacht. Deswegen kann ich mich gut darauf einlassen.

Nach einer sehr herzlichen Begrüßung ging es sofort los. Einmal die Jeans bis übers Bein hochgekrempelt während die Nadeln vorbereitet wurden. Pro Bein werden 3 Nadeln gesetzt. Zwei davon an der Beinaußenseite auf Kniehöhe und eine Nadel auf der Innenseite des Knöchels.
Währenddessen hat mir die Hebamme noch einige Informationen zu der Akupunktur erklärt. Beim Setzen der Nadeln kann es kurzzeitig zu einem starken Brennen oder Stechen kommen. Nämlich dann, wenn sie genau den Meridianpunkt trifft. Die Nadeln bleiben ca. 20 Minuten stecken. Bei der Entfernung kann es zu minimalen Blutungen an der Einstichstelle kommen. Auch bilden sich manchmal rote Ringe um die Einstichstelle, die sich aber schnell wieder zurückbilden. Während und nach der Akupunktur kann es sein, dass Little-L etwas lebhafter ist.

Als alle Nadeln gesetzt waren, hab ich auf die Uhr gesehen in der Meinung, dass ich die Nadeln selbst entfernen muss. Aber weit gefehlt. Die Hebamme hat sich einen ganzen Termin für mich Zeit genommen.
Nach 20 Minuten hat sie dann die Nadeln entfernt und sich so langsam auf den Weg gemacht. In 3 Tagen kommt sie zur nächsten Nadelsitzung ;).
Little-L hat das ganze mit stoischer Ruhe über sich ergehen lassen. Vielleicht dachte er, wenn er sich nicht bemerkbar macht, geht es schneller vorbei *ggg*.
Positiv ist, wenn die nachsorgende Hebamme die Nadeln setzt, dass sie einmal in der Woche bis zur Geburt zu Besuch kommt. Sofern sich Little-L an seinen errechneten Geburtstermin hält, habe ich also 4 Mal die Gelegenheit die Hebamme mit meinen Fragen zu löchern. Zum Glück nimmt sie sich immer die nötige Zeit um mir alle ausführlich zu Beantworten.

Urlaub_Kaffee

Ich erinnere mich noch an ihren ersten Besuch so um die 20. Woche. Damals haben wir uns Kennengelernt und allgemein über Themen rund um die Schwangerschaft gesprochen. Auf ihre Frage damals, ob ich noch Fragen hätte, habe ich verneint. Schon damals hat sie mir prophezeit, dass sich das mit der nähernden Geburt noch ändern wird. Woher wusste sie das nur ;).
Natürlich haben wir schon anhand einer Liste für Babys Erstausstattung viele Dinge besorgt. Aber auf einige Fragen findet man im Internet keine Antworten. Deswegen habe ich diese mit der Hebamme besprochen, die viele praktische und hilfreiche Tipps für uns hatte.

Zu allererst war mir wichtig zu klären, was alles in die Kliniktasche muss. Wir haben zwar im Geburtsvorbereitungskurs eine Liste bekommen und das Internet ist voll davon. Doch die Erfahrung einer Hebamme mit 20 Jahren Keissaaldienst überzeugen mich mehr. So habe ich noch erfahren, dass ich weder Stilleinlagen noch Einlagen für den Wochenfluss mitnehmen muss. Dass ich so ein typisches Hemdchen für den Kreissaal bekomme, wenn ich nicht mein schwarzes sexy Negligée tragen möchte bei der Entbindung. Dass ich bequeme und praktische Kleidung für die Klinik einpacken soll und meinen Bademantel nicht vergessen.

Achso…und dass der werdende Papa keine Badehose braucht, da er nicht mit in die Badewanne darf, falls ich dort reinmöchte. Sie hat auch eine sehr lustige Geschichte erzählt von einem Mann, der seine Frau in der Badewanne unterstützen wollte. Er hat sich kurzerhand entblößt und ist dann nackt  mit in die Wanne gestiegen. Ihr Gesicht und ihre Reaktion in dieser Situation hat sie mir sehr deutlich beschrieben ;).

Nicht zu vergessen sind: Versichertenkarte, Heiratsurkunde/Stammbuch, Hausschuhe, Snacks, Getränke, Schlafanzug, bequeme Slips, Still-BHs, Kosmetika, etc.
Um das Baby mit nach Hause nehmen zu können, einen Satz Erstausstattung. Da ich immer gerne für alle Eventualitäten gewappnet bin, habe ich sowohl eine Kollektion in Größe 50 sowie 56 eingepackt. Davon jeweils eine leichtere und eine wärmere Variante, da im Oktober das Wetter ja nicht vorhersehbar ist.

Als zweites wollte ich noch einmal Wissen, was wir für für die Babypflege anschaffen sollen. Die Antwort hat mich verblüfft. Wir sollen nichts besorgen. Also an Cremes, Badezusätzen, etc. Wir brauchen nur Waschlappen, Feuchttücher und natürlich Windeln. Little-L wird nur mit lauwarmen Wasser gewaschen. Das erste Mal gebadet wird er um seinen 10. Lebenstag und da auch nur mit purem Wasser bzw. etwas Mandel- oder Olivenöl als Badezusatz. Auch für einen Wunden Po oder die beanspruchten Brustwarzen benötigen wir nichts.  Wenn wir etwas brauchen sollten, bringt uns die Hebamme die Dinge mit. Sie hat ein bestimmtes Budget, das für diese Anschaffungen ausreicht. Also gut, auch wenn es komisch war in der Drogerie an die Kasse zu gehen mit lediglich einer Packung Windeln Größe 1, Einmal-Wickelunterlagen, einer Packung Stilleinlagen und Stilltee.

Zu guter Letzt hab ich noch einmal nachgefragt, ob wir uns trotz des unkomplizierten Schwangerschaftsverlaufes, in der Klinik vorstellen sollen. Wir sind überein gekommen, dass ich einfach nachfrage, ob es notwendig ist bzw. ob es ausreicht, wenn wir nur zum PDA Gespräch hingehen. Ohne Schmerzen und Konzentration auf die Geburt wird es leichter sein, alles richtig zu verstehen. Wobei ich da auch vollkommenes Vertrauen in meinen Mann habe, dass er im Kreißsaal für mich zuhört, falls wir es vor der Geburt nicht meht zu dem aufklärenden Gespräch schaffen.

Da unser Baby gestillt werden soll, haben wir uns auch bei der Ausstattung mit Fläschchen und Nahrung zurück gehalten. Wir haben uns ein Starterset von Avent First Choice angeschafft. Hier war ein Dampfsterilisator dabei, kleine und große Flaschen mit Saugern Größe 1 und 3 Schnuller. Das sollte für den Anfang reichen.

Als Perfektionistin war es mir außerdem wichtig noch einmal alle Babysachen zu waschen. Wir haben vorallem viel Kleidung von Freunden geschenkt bekommen, die natürlich gewaschen ist. Aber eben auch Bettlaken, Decken, Maxi Cosi Überzug etc. neu angeschafft. Nachdem wir uns nicht beherrschen konnten, haben wir das Kinderzimmer schon einmal voll dekoriert, heißt, Himmel und Nestchen an Bett, Babybay und Wiege montiert. Auch die Kleidung stand in Tüten herum, natürlich schon nach Größe vorsortiert ;). Vor dem Urlaub war es nun an der Zeit, alles einmal durch zu waschen, damit nichts staubig ist. Außerdem riecht jetzt das Zimmer lecker nach frischer Wäsche.

Beruhigt nach diesem Gespräch und einer vollständig abgehakten Liste sind wir nun bereit für die Ankunft von Little-L. Egal, wann es soweit ist. Wir wissen, dass wir die ersten Tage nach dem zu Hause ankommen zu dritt bzw. viert die erste Zeit genießen können und nicht sofort losmüssen. Es ist alle vorbereitet.

Pfeil nach links als Button zurueck

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.